“Namaste” | 4 Profi-Tipps für den Umgang mit indischen Arbeitnehmern

Interkulturelle Unterschiede muss man erst einmal kennen, um sie beachten zu können. Als Resultat gestaltet sich die Zusammenarbeit deutscher Unternehmen und indischer Mitarbeiter beiderseits einfacher. Wir von Cybotics-/devHof wissen aus eigener Erfahrung um die Problematik; so wollen wir Arbeitgeber und Personaler bei dieser Herausforderung unterstützen. Den Weg zur Integration hat Ihr indischer Mitarbeiter zu leisten. Sie jedoch können diesen Prozess positiv beeinflussen.

Lesen Sie hierzu unsere vier Tipps zum Umgang mit indischen Mitarbeitern als Teil einer deutschen Belegschaft.

1 | Eine persönliche Ebene etablieren 

Inder sind es gewohnt, auch im Geschäftsleben auf persönliche Beziehungen zu bauen. Das hat im Arbeitsalltag teilweise weitreichende Implikationen: So ist es zum Beispiel üblich, bei der Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen auf Vermittlung gemeinsamer Bekannter zu setzen. Bevor dann zum geschäftlichen Teil übergegangen wird, machen sich die neuen Partner erst einmal miteinander bekannt und tauschen private Informationen über Familie, Hobbies und Interessen aus. Auf diese Weise wird schnell gegenseitige Sympathie hergestellt.

Natürlich ist es eine etwas andere Situation, wenn es darum geht, indische Mitarbeiter z. B. in einem deutschen Mittelstandsunternehmen anzustellen. Allerdings besteht auch hier für die Arbeitgeberseite die Möglichkeit, durch Etablierung einer privaten Ebene den neuen Angestellten ein Gefühl des “Willkommenseins” zu vermitteln. So könnte bei Arbeitsaufnahme des neuen ITlers ein kleines Teamhappening im Büro stattfinden, in dem sich alle auch mit Privatem vorstellen.

Denn letzten Endes ist es hier genauso wie bei uns Deutschen auch: Je wohler wir uns in einem Unternehmen fühlen, umso produktiver können wir arbeiten.

2 | Die menschliche Komponente nie aus den Augen verlieren

Die persönliche Ebene ist aber nicht nur anfangs, sondern bleibt während der gesamten Zusammenarbeit wichtig. Für Inder steht nicht die Marke des Unternehmens an erster Stelle. Vielmehr ist es der Wohlfühlfaktor als Mitarbeiter mit seinen Leistungen und Beiträgen anerkannt zu werden. Daher fühlen sich Inder in mittelständischen Unternehmen, Familienbetrieben oder Startups am wohlsten. Die Beziehung baut Ihr indischer IT-Mitarbeiter nicht so sehr zur Institution auf (wie man es von Amerikanern z. B. kennt), sondern jeweils zu einzelnen Menschen. So ist ein häufiger Wechsel der Ansprechpartner im Unternehmen stets unglücklich.

Auch in der Bürokommunikation ist der menschliche Kontakt von Vorteil. E-Mails von bisher Unbekannten werden von Indern schneller ignoriert. Der Griff zum Telefon oder das persönliche Gespräch ist hier meist die bessere Variante.

 Interessiere Dich für andre, wenn Du willst, dass andre sich für dich interessieren sollen.” –Adolph Freiherr von Knigge

Generell gilt: Ein Gefühl der Wertschätzung ist die beste Motivation. Das authentische Interesse am Gegenüber ist die Basis für jede starke und belastbare (Geschäfts-)Beziehung. Diese basale Weisheit ist auch in unseren Breitengraden seit Jahrhunderten in jedem Ratgeber für das Geschäftsleben zu finden und gilt nicht nur, aber eben auch, im Kontext der Überwindung interkultureller Barrieren.

leute vor einem schreibtisch büro

3 | Gegenseitiger Respekt und Höflichkeit

Eine Selbstverständlichkeit. Punkt. Doch gibt es interkulturelle Unterschiede bei dem zu entdecken, was eben als höflich, aufdringlich, respektvoll oder -los empfunden wird.
Gerade für indische Arbeitnehmer besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen menschlicher Nähe und Formlosigkeit. So hat es sich in vielen deutschen Unternehmen beispielsweise eingebürgert, nach amerikanischem Vorbild, auch im Arbeitsleben schnell auf eine Vornamensbasis zu wechseln. In Indien hingegen ist es sogar unter Freunden häufig üblich, sich mit Nachnamen und oft sogar (soweit vorhanden) mit dem akademischen Titel anzusprechen. Umso mehr gilt dies natürlich in einem Arbeitsverhältnis. Des Weiteren ist, wie in vielen asiatischen Gesellschaften, auch in der indischen das “Wahren des Gesichts” ein wichtiges Konzept. Kritik sollte also idealerweise nicht nackt und direkt, sondern eher als, auf ein Lob aufbauender, Verbesserungsvorschlag formuliert werden; Höflichkeit siegt.

4 | Sanft im Ton, aber hart in der Sache

Das Nachhaken und um Konkretisierungen bitten ist, gerade auf Grund der notorischen Höflichkeit und Zurückhaltung vieler indischer Arbeitnehmer, umso wichtiger. Probleme von sich aus anzusprechen oder auf Hilfsangebote direkt einzugehen, gilt vielen Indern als Zeichen von schlechter Erziehung. Andererseits neigen sie schnell zu großem Enthusiasmus und sind sehr optimistisch was die Umsetzung gesetzter Ziele anbelangt. Suchen Sie also Ihrerseits proaktiv nach Hindernissen oder Problembereichen und haben Sie keine Scheu, den Finger in die Wunde zu legen. Auf Kurz oder Lang ist allen Beteiligten mit Klarheit und Offenheit besser gedient, als mit einem Eiertanz aus falscher Rücksichtnahme, der unausweichlich in Enttäuschung, Frustration und dem Verlust der vorher aufgebauten Sympathien mündet.

Das Bewusstsein um die kulturellen Unterschiede zwischen Indien und Deutschland ist die beste Voraussetzung für die Etablierung nachhaltig erfolgreicher Arbeitsverhältnisse. Begleiten Sie daher ihren indischen Mitarbeiter während seines Integrationsprozesses, indem Ihnen die kulturellen Unterschiede bewusst sind. In diesen und allen verwandten Angelegenheiten steht Ihnen devHof als kompetenter Partner zur Seite.

Haben Sie direkt schon Fragen? Dann kontaktieren Sie uns doch gleich per Mail oder über unser Kontaktformular!

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